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Gegenmaßnahmen
Vorbeugen
– aber wie?
Um ein Risiko für Schadstoffe in der Wohnung zu verringern, sollten Sie für Innenausbau und Einrichtung möglichst schadstoffarme Produkte verwenden. Nicht genormte Händlerkennzeichnungen geben allerdings keine Sicherheit. Verlässliche Prüfsiegel sind das Umweltzeichen "Blauer Engel", vergeben vom Bundesumweltamt sowie "natureplus", das neue Qualitätszeichen für umweltgerechte, gesundheitsverträgliche und funktionelle Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände. Vergeben wird das Prüfsiegel durch den internationalen Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen e.V. Auf großflächige Kunststoffe mit hohem Weichmacheranteil verzichten also
auf PVC, Teppich mit
Schaumrücken, Teppichkleber,
Synthetik-, Vinyl- und Schaumtapeten, Lack- oder Latexwandfarben.
Gesünder sind Linoleum, unbehandelte Wollteppiche,
Fliesen, Naturstein, Papiertapeten, Kalkputz oder Gipsplatten. Statt giftigen Flammschutzmitteln anorganische Salze einsetzen. Als Vorbeugung gegen Schimmelpilze regelmäßig gut lüften und Schränke etwas von der Wand abrücken. |
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Wichtig
für Bau und
Sanierung:
Großflächig verwendete Bausubstanzen besonders
sorgfältig prüfen. Fertighäuser bestehen oft
aus vielen Spanplatten und können belastet sein. Bei
Wänden mit dichter Außenhülle auf gute
Belüftung achten. Bei Renovierungsarbeiten Materialien sparsam
einsetzen und gut lüften. Frisch renovierte Räume
ausreichend lange ausdünsten lassen. Behandeltes Holz bis zu
drei Millimeter abhobeln und freiliegende Balken abdichten, zum
Beispiel mit dampfdichter Alufolie. Weitere
Kauf- und Ausstattungstipps:
Statt Spanplatten Vollholz verwenden. Bei stabverleimtem Holz oder
Tischlerplatten auf Formaldehyd freie Verleimung achten. Offene
Spanplattenkanten und Bohrlöcher abdichten. Im Innenraum sind
Holzschutzmittel unnötig und in tragenden Konstruktionen nicht
mehr vorgeschrieben. Gute Alternative:BorsalzeEin
gutes Raumklima verhindert Schadstoffkonzentrationen:
Stoßlüften alle zwei bis drei Stunden sorgt
für Frischluft bei wenig Wärmeverlust. Wenn
über ein gekipptes Fenster zu viel Wärme abzieht,
hilft ein Feststeller aus dem Fachhandel. Das Fenster lässt
sich damit bloß einen kleinen Spalt kippen. Perforierte
Fensterdichtungen bewirken einen gleichmäßig guten
Austausch von Außen- und Innenluft .Naturwandbeschichtungen wie z.B. Lehm , Mineralischer Putz oder Flüssigbaumwolle wirken ausgleichend auf das Raumklima. Wie
kann eine Sanierung durchgeführt werden?
Liegen die Ursachen für erhöhte mikrobielle
Belastungen (Schimmel) in einem Feuchteschaden, hilft langfristig nur
eine bauliche Verbesserung. Nach der Sanierung von defekten
Materialien, der Einbringung von Sperrschichten oder der
Veränderung des Taupunktes (Temperaturunderschid z.B.von Innen
zur Ausenwand wodurch sich kondenswasser bildet) ist eine
vollständige Trockenlegung und teilweise auch eine Entfernung
belasteter Materialien erforderlich. Ist eine Schimmelpilzbelastung
durch falsches Lüftungsverhalten entstanden, muß
nach der Entfernung belasteter Materialien z.B. Tapeten,Putz der
Untergrund evtl. behandelt und neu aufgebaut werden. Der Einsatz von
chemischen Stoffen (Fungizide) zur Pilztötung scheint oftmals
unabwendbar. Aus Sicht der AMBULANZ für Gesundheit und Umwelt
bestehen aber erhebliche Bedenken, da Fungizide auch auf den Menschen
gesundheitschädlich wirken können. Zudem
führen fungizide Mittel oft nur vorübergehend zur
Beseitigung des Pilzschadens und können eine Neubesiedelung
bei fehlenden technischen Maßnahmen (Austrocknung) nicht
verhindern. Im Notfall sollten unter Beachtung aller Sicherheitsregeln
und sonstiger Produkthinweise aufgrund der hohen Wirksamkeit Alkohole
oder quartäre Ammoniumverbindungen eingesetzt werden. Zur
schnellen Abhilfe ist auch Essigwasser (Essigessenz mit Wasser) oder
Essigreiniger zu empfehlen. Gesundheitlich
bedenklichen Stoffe finden sich in der Raumluft
Ein Umstand, den man sich zunutze macht:und reichern sich im Hausstaub an. Eine Untersuchung des Hausstaubs läßt Rückschlüsse auf die Raumluftkonzentration zu und gestaltet sich wesentlich einfacher als eine direkte Raumluftuntersuchung, da die Proben nach einer genauen Anleitung mit einem handelsüblichen Staubsauger von den Bewohnern selber genommen und problemlos verschickt werden können. Um einen Anhaltspunkt zu geben, ob eine "normale", eine "auffällige" oder gar "hohe" Belastung mit einem bestimmten Stoff vorliegt, wurden die sogenannten Perzentile ermittelt. So bedeutet z.B. der 50. Perzentil, daß 50% der untersuchten Proben unterhalb dieses Wertes lagen, also im "normalen" Bereich. Es wurden Maximalwerte, 95. Perzentile, 90. Perzentile, 50. Perzentile, sowie Geometrische und Arithmetische Mittel nebst Standardabweichungen und Standardfehlern der Konzentrationsverteilungen von 66 ausgewählten mittel- und schwerflüchtigen organischen Schadstoffen bestimmt. Aus den zu dem Projekt gehörenden Fragebögen wurde ein Teil der Fragen zur statistischen Auswertung ausgewählt. Für die ausgewählten Fragestellungen wurden Konzentrationsverteilungen von Schadstoffen ermittelt. Diese wurden mit den Verteilungen der Gesamtuntersuchung verglichen und je nach Signifikanz in "vorhandene", "mögliche" und "wahrscheinliche" Zusammenhänge unterteilt. |
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