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Bakterien und Pilze

Kein Kubikmeter Luft und kein Quadratmeter Fläche ohne diese teils nützlichen und teils schädlichen Keime. Menschen mit intaktem Immunsystem sind fähig, die wenigen mit unserer Nahrung und aus der Umwelt aufgenommenen Keime zu bewältigen. Kritisch wird es erst dann, wenn die krankmachenden Keimzahlen übermäßig zunehmen oder das Immunsystem zu schwach ist. Jeder vierte Deutsche gilt, egal ob alt oder Kind, als immungeschädigt.
Der Teufelskreislauf : Der immungeschädigte Mensch öffnet den Keimen Tür und Tor, die Keime attackieren wiederum, und das ist ihre größte Gefahr, das Immunsystem. Deshalb gilt in der Baubiologie: Kritische Keimzahlen im Wohn- und Arbeitsumfeld des Menschen erkennen und vermeiden, um einem Zuviel entgegenzuwirken, aber auch andere kritische Umweltfaktoren
physikalischer, toxischer und raumklimatischer Art erkennen und vermeiden, um das Immunsystem zu schonen. Diese Mikroorganismen, besonders die Pilze, sind anspruchslos, anpassungsfähig, zäh und deren Speisekarte lang. Was Keime für Wachstum und Vermehrung brauchen ist
Feuchtigkeit und Wärme. Auf diese Idealbedingungen können Pilze Jahrzehnte warten:
als Sporen in der Luft, im Teppich, in Polstern, auf Oberflächen, in Schränken, im Staub..., bis der nächste Nährboden in Sicht ist. Feuchte Tapeten, nasse Wände, schlecht gelüftete Räume, aber auch Menschen sind gute Nährböden. Es ist ein Trugschluß zu glauben, Pilze könnten erst gefährlich werden, wenn sie als Rasen auf der Wand oder als dunkler Belag im Bad sichtbar sind.
Millionen Sporen können schon früher dagewesen sein, z.B. als Folge eines Feuchteschadens vor Jahren.
        



Untersuchungen zu gesundheitlichen Schimmelpilzauswirkungen in Innenräumen

In einigen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, daß Bewohner und Angestellte nach intensivem und langem Schimmelpilzkontakt verursacht durch Wasser- und Feuchtigkeitsschäden ein nachweislich erhöhtes Risiko haben (Husmann 1996; Reijula 1996, Björnson et al. 1995, Johanning et al. 1996, Garret et al. 1998).
Als typische Erkrankungen sind zu nennen:
Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, Rhinitis, Sinusitis, Laryngitis, Bronchitis, Alveolitis;
Reizerscheinungen in den Augen und auf der Haut; erhöhte Infektanfälligkeit, chronischer Erschöpfungszustand (chronic fatigue syndrome) und Allergien.
Es gibt auch Hinweise darauf, daß es bei einigen immungeschwächten sehr jungen und alten Menschen zu sehr ernsten u.U. auch tödlichen Erkrankungen kommen kann.
Bestimmte Schimmelpilze, wie zum Beispiel Stachybotrys atra, Aspergillus spp., Penicillium spp., Trichoderma, Paecilomyces können sehr potente Giftstoffe (Mykotoxine) produzieren
(Ueno 1983, Hendry und Cole 1993). Diese sind hauptsächlich in den Sporen enthalten und können unter bestimmten Umweltbedingung leicht luftgängig (airborne) werden und zu einer signifikanten Luftkontaminierung beitragen (Sorenson et al 1987). In neueren klinisch-epidemiologischen Untersuchungen und Fallbeschreibungen werden nun auch Zeichen einer inhalationsbedingten Intoxikation beschrieben (Hintikka 1987; Hendry und Cole 1993; Johanning, Morey, Goldberg 1993; Auger, Gourdeau und Auger 1995, Johanning 1998)


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