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Wohngifte
Die
häufigsten Schadstoffe oder Schadstoffgruppen ,
mögliche Emissionsquellen und Wirkungen der Verbindungen auf den Menschen |
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Verdacht auf krebserzeugendes Potential. Lösungsmittel: Farben, Lacke, Anstriche, Kleber, Reinigungsmittel, Bodenwachs, Tapeten, Wandbekleidung : Kopfschmerzen, Benommenheit, Mattigkeit, Übelkeit, Reizwirkung auf Schleimhäute, Störungen des Nervensystems, Leber-, Nierenschäden Benzol, Toluol, Xylole (BTX): Farben, Lacke, Kleber, Putz- und Abbeizmittel : Schädigung des blutbildenden Systems, myelotoxische, leukämogene und chromosomenschädigende Wirkung Pestizide, Biozide: Holzschutzmittel, Spanplatten, Farben, Textilien, Teppiche, Leder : Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautentzündungen und Hautveränderungen, Haarausfall, Schädigung von Leber und Niere, des Nerven- und Immunsystems Polychlorierte Biphenyle (PCB): Kondensatoren für Leuchtstoffröhren, dauerelastische Dichtungsfugen, feuerhemmendes Imprägnierungsmittel, Weichmacher für Kunststoffe, Zusatz zu Kitten, Wachsen : Sehschwäche, Kopfschmerzen, Erbrechen, Hautveränderungen, Haarausfall, Schädigung der Leber, Milz und Störungen des Immunsystems Weichmacher: PVC-Produkte Fußbodenbeläge, Folien, Lacke, Farben, Kinderspielzeug, Bohnermasse : Schädigung von Leber und Nieren, DEHP wird als krebserregend eingestuft Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) : Fußböden, Teerprodukte : Kopfschmerzen, Übelkeit, stoffspezifisch krebserregende Wirkung Isocyanate: Möbel, Farben, Lacke, Klebstoffe, Hohlraumschäume, Dämmplatten, Schaumstoff für Polstermaterial, Insektizide : Haut und Schleimhautreizungen, Tränenfluß, Husten, Fließschnupfen, Bronchitis, Bronchialasthma Asbest : Spritzputz-Beschichtung, Isolier- und Dämmplatten, Fußbodenbeläge, Dichtungen, Schaumstoffe, Fugenmassen, Kitte, Nachtspeichergeräte : Asbestose, Lungenkrebs, Tumore des Rippen- und Bauchfells, Mesotheliome Mikrobiologische Keime (Schimmelpilze) : Klimaanlagen, Befeuchtersysteme, feuchte Wände und Oberflächen : Allergien, Kopfschmerzen, Augenentzündungen, Übelkeit, Schwindel, Erkältungssymptome, Infektionen Schadstoffe
und Schadstoffquellen
Neben den aufgeführten Schadstoffen oder Schadstoffgruppen
gibt es
natürlich noch eine Vielzahl weiterer Verbindungen, die die
Raumluft belasten können. Formaldehyd
: Hauptverursacher
langanhaltender Formaldehyd-Belastungen in
Innenräumen sind noch immer Spanplatten für
Möbel, Wand-
und Deckenverkleidungen. Die hier verwendeten Bindeleime basieren z.T.
auf Harnstoff/Formaldehyd-Harzen, die so lange Formaldehyd abspalten
können wie das in der Luft vorkommende Wasser an das Material
gelangen kann. Häufig ist Formaldehyd auch in
Ortschäumen
enthalten, die zum Dämmen und Isolieren verwendet werden. Auch
hier kann Formaldehyd noch Jahre nach der Anwendung freigesetzt und vom
Menschen über die Atemluft, die Haut und den Magen-Darm-Trakt
aufgenommen werden. Formaldehyd wirkt nicht isoliert auf den Menschen
ein, sondern steht in Wechselwirkung mit anderen
Schadstoffeinflüssen, wobei synergistische Wirkungen nicht
ausschließbar sind. Flüchtige
organische Substanzen :(VOC) Flüchtige
organische
Substanzen wie Alkane, Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe usw.
werden als Lösungs-, Reinigungs- und Entfettungsmittel
eingesetzt.
Auch können Restmengen der Lösungsmittel bei der
Verarbeitung
von Kunststoffen in den Produkten zurückbleiben. Hier sind
besonders die aromatischen BTX-Kohlenwasserstoffe von Interesse, da sie
giftig bzw. nicht unbedenklich sind (B=Benzol, T=Toluol, X=Xylole). Pestizide
Holzschutzmittelwirkstoffe
wie Pentachlorphenol (PCP) und Lindan zählen zu den im
Innenraumbreich am häufigsten beanstandeten
gesundheitsgefährdenden Substanzen. Obwohl diese Stoffe
heutzutage
weitgehend vom Markt verschwunden sind, bereiten die Altlasten noch
viele Probleme, da die Pestizide über einige Jahrzehnte aus
den
behandelten Materialien ausgasen können. Auch die von den
Herstellern mittlerweile verwendeten Ersatzstoffe, wie z.B. Pyrethroide, sind als bedenklich einzustufen, da noch zu wenig über das Ausgasungsverhalten und die Langzeitwirkung dieser Stoffe bekannt ist. Polychlorierte Biphenyle (PCB) Die Gruppe der polychlorierten Biphenyle umfaßt 209 strukturell ähnliche Verbindungen, die aufgrund ihrer hohen thermischen und chemischen Beständigkeit und der guten Isolierfähigkeit auf verschiedensten technischen und bautechnischen Gebieten angewendet wurden. Sie wurden lange Zeit auch für Farben und Lacke verwendet, um sie feuersicher und beständiger zu machen. Bis 1983 wurden die Kondensatoren von Leuchtstofflampen von fast allen Herstellern mit PCB gefüllt. Obwohl PCB seit 1986 in der Bundesrepublik nicht mehr verwendet werden darf, befinden sich derzeit noch etwa 30000 Tonnen PCB in bundesdeutschen Leuchtstoffröhren. Weichmacher Der weltweit gebräuchlichste Weichmacher ist der Phthalsäureester DEHP, Di-(2-ethylhexyl)-phthalat. DEHP wird als Weichmacher für PVC eingesetzt, wobei der Gewichtsanteil bis zu 50% betragen kann. Als Schadstoffquelle kommen hier vor allem Fußbodenbeläge in Betracht, da diese durch ihren großflächigen Einbau wesentliche Bestandteile von Innenräumen darstellen. DEHP emittiert fortwährend aus dem Belag, lagert sich auf der Belagsoberfläche ab und kann die Raumluft belasten. DEHP wurde von der amerikanischen Gesundheitsbehörde EPA als eindeutig krebserregend eingestuft . Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) Der wichtigste Vertreter dieser in der Umwelt weit verbreiteten Verbindungsklasse ist das Benz(a)pyren, das schon relativ früh als krebserregend erkannt wurde. Quellen für PAK sind Teerprodukte, Fußböden und Homogenasphaltplatten. Isocyanate Isocyanate sind Ausgangsstoffe für viele Farb- und Kunststoffe wie z.B. Polyurethane, deren Bedeutung als Baustoff ständig zunimmt. Die Polyurethane selbst sind zwar nach dem heutigen Stand als untoxisch einzustufen, die Reaktionen der Isocyanate mit Alkoholen bzw. Aminen laufen aber nicht vollständig ab, so daß immer ein Restgehalt an Monomeren zu erwarten ist, die aus dem Endprodukt ausgasen können. Polyurethane werden vor allem in der Möbelindustrie (formaldehydfreie Spanplatten) und im Baugewerbe (Hohlraumschäume, Dämmplatten, Lacke usw.) eingesetzt. Asbest Jährlich lassen sich ca. 1000-1300 Krebserkrankungen in Deutschland auf Asbest zurückführen. Aufgrund seiner technischen Eigenschaften wurde das Material in einer Vielzahl von Produkten (> 3000) verarbeitet. In praktisch jedem größeren Gebäude, das vor 1982 errichtet wurde, ist mit Asbestprodukten zu rechnen. Vor allem bei schwachgebundenen Asbestprodukten besteht die Gefahr einer Freisetzung großer Fasermengen in die Raumluft durch Alterungsprozesse, mechanische Beanspruchung und Luftbewegungen. Mineralfasern Anorganische Faserstäube können aus Mineralwolle-Dämmstoffen in die Innenraumluft abgegeben werden. Besitzen diese Faserstäube aus Glas- oder Steinwolleprodukten bestimmte kritische Dimensionen dann sind sie nach einem gemeinsamen Bericht des BGA, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und des Umweltbundesamtes als krebserzeugend zu bewerten. Das höchste Gefährdungspotential besteht dann, wenn die Mineralwolleprodukte unverkleidet verwendet werden und ein direkter Kontakt zum Innenraum besteht, wie z.B. als Schallschutz auf abgehängten Decken. Eine weitere mögliche Emissionsquelle sind Filter in Klimaanlagen, die aus Mineral-, Glas- und Keramikfasern bestehen können. Mikrobiologische Belastungen Die Verunreinigung der Innenraumluft durch Mikroorganismen wie Bakterien, Schimmelpilze usw. ist ein wichtiger Faktor beim Auftreten des "Sick-Building-Syndroms". In raumlufttechnischen Anlagen finden Schimmelpilzsporen und Bakterien günstige Wachstumsbedingungen. Die Achillesversen dieser Systeme sind zweifelsfrei mit den Be- und Entfeuchtungselementen, den Filtereinrichtungen sowie den wartungstechnisch schwer zugänglichen Luftführungskanälen identifiziert. Ozon Immer wieder wird Ozon in Büroräumen als Auslöser von gesundheitlichen Problemen genannt. Eine Studie an 120 Kopierern und Laserdruckern hat jedoch ergeben daß die Ozonkonzentration bei über 80% der Messungen < 10 mg/m³ lag. Der Schadstoff Ozon spielt also am Arbeitsplatz Büro nicht die Rolle, die ihm immer wieder zugewiesen wird. Gesundheitliche Auswirkungen Die Einflüsse von biologischen und chemischen Luftschadstoffen auf die "Befindlichkeit" des Menschen sind äußerst vielfältig. Zunächst muß zwischen direkten und indirekten Wirkungsmechanismen unterschieden werden. Während, vor allem bei starken Immissionen, direkte gesundheitliche Auswirkungen (Giftwirkung) auftreten können, welche nach der Exposition meist bald wieder verschwinden, wurden bei dauerhafter Einwirkung der Schadstoffe -auch in sehr geringen Konzentrationen- unspezifische, meist chronisch verlaufende "Befindlichkeitsstörungen", beobachtet. Diese Befindlichkeitsstörungen, die sich z. B. durch mangelndes Wohlbefinden, Mattigkeit, Konzentrationsschwäche und erhöhte Allergie- und Krankheitsanfälligkeit (geschwächtes Immunsystem) aufsummieren lassen, werden auch als "Sick-Building-Syndrom" bezeichnet. In dieses Phänomen fließen natürlich die Raumklimafaktoren (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftaustausch usw.), Geräuschbelastung und Beleuchtungsart ganz wesentlich mit ein. Beschwerden dieser Art können nur von erfahrenen Umweltmedizinern und -ingenieuren richtig diagnostiziert werden, eine gute Zusammenarbeit von Medizinern und Meßinstituten ist hierbei unerläßlich. Eine Raumluftuntersuchung kann, als wesentlicher Bestandteil eines Innenraumgutachtens, Schadstoffeinflüsse eindeutig nachweisen und zum Aufspüren der Quelle(n) führen, oder präventiv zur Überprüfung der Luftqualität bzw. -hygiene dienen. Innenraumgutachten Wie bereits in der Einleitung erwähnt, können gesundheitliche Beeinträchtigungen durch gebäudebedingte Faktoren von den Raumnutzern meist nicht richtig interpretiert werden. Erst wenn Geruchsbelästigungen auftreten oder Hinweise durch Sachkundige gegeben werden, wird einer möglichen Belastung der Raumluft durch Schadstoffe nachgegangen. Aufschluß über die Güte der Raumluft kann nur ein Innenraumgutachten eines geeigneten Meßinstituts geben. Die Vorgehensweise muß dabei individuell mit den Raumnutzern abgestimmt werden die Meßplanung wird hierbei durch die Richtlinien des Verbands Deutscher Ingenieure VDI (VDI 4300, Blatt 1) unterstützt. Während die Bereiche Emissionen oder Außenluft zu den gesetzlich geregelten Bereichen gehören, gibt es für den Innenraumluftbereich keine maßgeblichen Vorgaben in Form von Gesetzen und Verordnungen. Zur Gewährleistung eines optimalen Raum- und Arbeitsklimas ist deshalb die regelmäßige Überprüfung der Luftqualität (vor allem nach Umbau- und Renovierungsmaßnahmen) durch ein spezielles Innenraumgutachten anzuraten. Liegen keine konkreten Verdachtsmomente vor, sollte zunächst eine Übersichtsmessung zur Beurteilung von Luftqualität und Raumklima herangezogen werden. Ein Standarduntersuchungskonzept beinhaltet z. B. eine kapillargaschromatographische Übersichtsmessung auf flüchtige organische Verbindungen (VOC), Aldehyde (vor allem Formaldehyd) sowie partikelförmige und mikrobielle Luftverunreinigungen (s. Entwürfe VDI 4300, Blatt 2 u. 4). Zur Durchführung dieser Messungen liegen Standardverfahren des VDI, DIN-Normen bzw. Methoden des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitsschutz (BIA) vor. Bei der "Begehung vor Ort" sollten dann auch Gebäudecharakteristika berücksichtigt und zusätzlichen Einflüssen wie Raumklimafaktoren, Emissionsquellen in der Gebäudeumgebung, Luftwechselraten usw. nachgegangen werden. Eine ausführliche Bewertung und Diskussion der Meßwerte mit den Raumnutzern ist schließlich als Voraussetzung für ein sinnvolles Abhilfekonzept anzusehen. Literaturnachweis DER RAT DER SACHVERSTÄNDIGEN FÜR UMWELTFRAGEN (Hrsg.): Luftverunreinigungen in Innenräumen, Kohlhammer Verlag, Stuttgart (1987). VDI-BERICHTE 1122: Luftverunreinigungen in Innenräumen, Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN, Düsseldorf (1994). DIEL, F. (Hrsg.): Innenraumbelastungen -Erkennen, Bewerten, Sanieren, Beiträge von AGÖF-Instituten, Bau- Verlag, Wiesbaden u. Berlin (1993). ENGLERT, B.: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch luftverunreinigende Stoffe im Innenraum, Staub- Reinhaltung der Luft 54, 129 (1994). ![]() GIT-Spezial "Sicherheit u. Management", 2/97, S.91 Schadstoffemissionen
in Innenräumen
Die Raumluft moderner Gebäude ist oft durch eine Vielzahl
gesundheitsschädlicher und allergieauslösender Stoffe
belastet. Obwohl diese Schadstoffe viele, meist chronisch verlaufende
Krankheiten verursachen, werden sie meist nicht als deren
Auslöser
erkannt. Möglicherweise hat dies damit zu tun, daß
man
bisher annahm, die Innenraumluft wäre besser als die
Außenluft. Die Abbildung verdeutlicht jedoch anhand
einiger
Beispiele, daß häufig das Gegenteil der Fall ist.Die Ursache für diesen Effekt ist der Trend zur stärkeren Abdichtung von Gebäuden zum Zweck der Energieeinsparung, wobei gleichzeitig vermehrt synthetische Baustoffe und Einrichtungsgegenstände eingesetzt werden, deren Eignung als Baustoff nicht oder nicht ausreichend überprüft wurde. Vor allem das Emissionsverhalten von Schadstoffen aus solchen Materialien ist meist völlig unbekannt. Die Verminderung des natürlichen Luftaustausches hat eine Anreicherung der emittierten Schadstoffe in der Raumluft zur Folge. Dies führt, eventuell zusammen mit möglichen mikrobiologischen Belastungen durch Klimaanlagen, Befeuchtersysteme oder feuchtem Mauerwerk, zu dem bekannten Phänomen "Sick-Building-Syndrom". Nach einer Erhebung der WHO leiden immerhin schon 30 % der insgesamt 3 Millionen Beschäftigten in klimatisierten Büros unter den bekannten Symptomen: Kopfschmerz, Schleimhautreizungen, Müdigkeit oder Lufttrockenheitsgefühl. Obwohl der Einsatz von PCP und DDT in der Bundesrepublik Deutschland bereits seit 1989 bzw. 1972 verboten ist, sind diese Biozide noch immer in zahlreichen Wohnräumen nachweisbar. Beide Substanzen finden im Ausland nach wie vor breite Anwendung, so daß neue importierte Produkte zu weiteren Belastungen beitragen können. Erwartet wurden Zusammenhänge zwischen der Markteinführung bestimmter Produkte, ihrem Verbot und den gefundenen Konzentrationen. Dies wurde durch die gefundenen wahrscheinlichen und möglichen Zusammenhänge zwischen dem Baujahr und dem Auftreten von DDT, PCB, PCP und Lindan bestätigt. Hohe Belastungen mit PCP wurden häufig in Wohnungen gefunden, die im Zeitraum 1976 bis 1984 erbaut wurden. Deutlich weniger PCP wurde dagegen in nach 1985 bzw. vor 1949 erbauten Wohnräumen gefunden, also vor und nach der massiven Vermarktung von PCP als Holzschutzmittel. DDT wurde verstärkt in Wohnungen aus dem Zeitraum 1920 bis 1949 gefunden. PCB findet sich in erhöhten Konzentrationen in Wohnräumen, die zwischen 1950 und 1975 erbaut wurden. In diesem Zeitraum wurde PCB in Dichtmassen und Kondensatoren eingesetzt. Sind Neonlampen vorhanden, die vor 1981 eingebaut wurden, so treten PCB ebenfalls in erhöhten Konzentrationen auf. Weiterhin war bei bestimmten Produkten, wie z.B. insektizidbehandelten Wollteppichböden, weichmacherhaltigen PVC-Böden oder nach dem Einsatz von Bioziden eine erhöhte Konzentration der entsprechenden Schadstoffe im Hausstaub zu erwarten. Auch dies wurde bestätigt, indem für Wollteppiche und Wollteppichböden ein wahrscheinlicher Zusammenhang mit erhöhten Pyrethroidkonzentrationen gefunden wurde. Obwohl die Teppichindustrie behauptet, daß Permethrin fest an die Fasern gebunden bleibt, konnten in Wohnräumen mit vielen Wollteppichen deutlich erhöhte Belastungen mit Permethrin festgestellt werden. Bei Synthetikteppichböden wurde ein möglicher, bei PVC-Böden ein wahrscheinlicher Zusammenhang mit erhöhten Weichmacherkonzentrationen gefunden. Generell wurden bei angegebenen Biozidanwendungen mögliche und wahrscheinliche Zusammenhänge mit erhöhten Biozidwerten gefunden. Sind Haustiere vorhanden, konnten häufig erhöhte Konzentrationen von Bioziden nachgewiesen werden. Hier liegt die Vermutung nahe, daß Belastungen durch den Einsatz von Antiflohmitteln verursacht werden. Es wurden außerdem Zusammenhänge zwischen hohen Konzentrationen (oberhalb des 90. Perzentil) ausgewählter Schadstoffe und Konzentrationen anderer Schadstoffe betrachtet. Dabei wurden insbesondere für Holzschutzmittelwirkstoffe mögliche und wahrscheinliche Zusammenhänge mit erhöhten Konzentrationen anderer Holzschutzmittelwirkstoffe ermittelt. So wurde Lindan meist in Kombination mit anderen Holzschutzmitteln eingesetzt. Dies wird durch einen vorhandenen Zusammenhang mit erhöhten PCP-Konzentrationen und durch einen möglichen Zusammenhang mit erhöhten DDT-Konzentrationen bestätigt. Die Untersuchung hat gezeigt, daß weiterhin großer Forschungsbedarf auf diesem Gebiet besteht. Wünschenswert wäre ein Projekt, in dem eine größere Anzahl repräsentativ ausgewählter Haushalte auf eine Schadstoffbelastung durch mittel- und schwerflüchtige Schadstoffe untersucht wird. Autor: Dipl.- Chem. Jörg Thumulla Baubiologe VDB Der Autor ist als Chemiker und Baubiologe im Institut für Analyse und Bewertung von Umweltschadstoffen - AnBUS e.V. tätig |
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